(von Wolfgang Berger* )

Mehr als 2.000 Milliarden Euro haben die Industrieländer in wenigen Wochen aufgebracht, um einen Flächenbrand im Finanzsektor einzudämmen und die globale Geld- und Finanzordnung zu retten. Diese Milliarden werden von uns allen, unseren Kindern und Enkeln zu bezahlen sein. Unsere Regierungen haben das der gesamten Menschheit und den zukünftigen Generationen auferlegt.

Die zu spät Geborenen werden Eintritt zahlen müssen, um Wasser zu trinken, saubere Luft zu atmen und etwas zu Essen zu bekommen. Wenn sie nichts geerbt haben, werden sie sich diesen Eintritt nicht leisten können, sich verschulden und sich dem Diktat der Gläubiger unterwerfen müssen. Vor Jahrhunderten hieß das Leibeigenschaft oder Sklaverei. Der Finanzsektor vermeidet heute diese Begriffe und erzielt das gleiche Ergebnis auf der Grundlage einer freiheitlichen und demokratischen Rechtsordnung.

Gibt es einen Präzedenzfall in der Geschichte?

Ja. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden dem Deutschen Reich Reparationszahlungen aufgezwungen, die dreimal so hoch waren wie das gesamte damalige Vermögen des Landes. Spekulationen gegen die Reichsmark mit „Leerverkäufen“ hatten die deutsche Währung abstürzen lassen und eine der schlimmsten galoppierenden Inflationen zur Folge gehabt, die die nationale Währung zerstörte und die Bevölkerung verelenden ließ.

Ein amerikanischer Banker hat damals zum Reichsbankpräsidenten Hjalmar Schacht gesagt: „Herr Dr. Schacht, Sie sollten nach Armerika kommen. Wir haben viel Geld, und das ist wirkliches Banking.“ Und Schacht antwortete: „Nein, Sie sollten nach Berlin kommen. Wir haben überhaupt kein Geld. Das ist wirkliches Banking.“

Hitler kam in Deutschland an die Macht als die wirtschaftliche Lage aussichtslos war. Mit einer unabhängigen Geldpolitik, über die nach 1945 der Mantel des Schweigens gelegt wurde, gelang es seinen Finanzpolitikern in wenigen Jahren, die Wirtschaft zu sanieren und einen Eroberungskrieg vorzubereiten.

Das Roulette der globalen Finanzmärkte

Die reale Wirtschaft entwickelt sich überwiegend linear. Das bedeutet, dass ein Bruttoinlandsprodukt, das z. B. von 100 Millionen auf 115 Millionen Euro wächst, eine Wachstumsrate von 15 Prozent hat. Wenn dadurch im Laufe einiger Jahrzehnte das Bruttoinlandsprodukt auf 1.000 Millionen Euro gestiegen ist und dann immer noch um 15 Millionen wächst (auf 1.015 Millionen) sind das nicht mehr 15 Prozent, sondern nur noch 1,5 Prozent.

Dabei ist es notwendig, dass sich der Finanzmarkt im gleichen Maße entwickelt, um die realwirtschaftlichen Abläufe zu unterstützen und zu ermöglichen. Entwickelt er sich aber schneller, gibt es ein Problem:

Nehmen Sie eine Seite einer Zeitung und falten sie einmal in der Mitte. Diesen Faltvorgang wiederholen Sie und jedes Mal halbieren Sie die Größe der Seite. Nach zweimaligem Falten haben Sie vier Lagen Papier, nach sechsmaligem Falten kommen Sie auf 64 Lagen (2 x 2 x 2 x 2 x 2 x 2) und nach zehnmaligem Falten auf 1.024 Lagen. Sie können jetzt weiterrechnen und erhalten nach nur 42 Faltvorgängen einen 350.000 Kilometer hohen Stapel. 350.000 Kilometer ist die Entfernung von der Erde zum Mond.

Nach einer solchen exponentiellen Funktion vermehrt sich unser Geld in den Händen derer, die es „falten“ können – die nach jedem Faltvorgang (hier: Vermehrungsvorgang) die Höhe ihres Geldstapels verdoppeln. Die Realwirtschaft wächst aber nur gleichmäßig (linear) und nicht immer schneller (exponentiell). So müssen nun die Finanzmärkte das Geld, das sie für das exponentielle Wachstum der Vermögen benötigen, irgendwie herbeizaubern.

Collateralized Debt Obligations – CDOs

Ein paar Finanzjongleure haben deshalb eine neue Fachdisziplin erfunden – „Financial Engineering“. Sie haben Kredite vergeben (von denen sie wussten, dass sie nicht bedient werden können), sie neu verpackt, viele solcher Pakete in einem Container verstaut, dort auch noch Pakete voller Wettscheine auf die Entwicklung von Aktienindizes und Rohstoffpreisen hinzugefügt, Anteilsscheine an dem Container als Wertpapiere verkauft und von den Rating-Agenturen darauf Höchstnoten vergeben lassen.

Diese „innovativen Finanzprodukte“ waren der größte Bankraub der Weltgeschichte – ganz ohne Waffen und Schweißbrenner.

Den Banken, die diese „Wertpapiere“ verkauft haben, wurde ihre „Leistung“ mit hohen Provisionen vergütet. Die dadurch explodierenden Bankgewinne haben die erfolgsabhängigen Vergütungsanteile der Banker in die Höhe geschraubt: Die Banken haben zig Milliarden Euro an Boni ausbezahlt. Der New Yorker Fondmanager John Paulson hat in 2007 an jedem einzelnen Arbeitstag ca. 15 Millionen Dollar verdient.

Die Banken haben eine Eigenkapitalrendite von mindestens 20% verlangt und manchmal fast 30% erzielt. Eine derartige Kapitalvermehrung ist in der realen Wirtschaft – wo sichtbare Güter produziert werden und Dienstleistungen, die uns das Leben erleichtern oder verschönern – nicht möglich.

Die hohen Vergütungen der Banker haben die besten Managementtalente von den Branchen abgezogen, die Nutzen stiften und sie zu den Banken gespült. Die eindrucksvolle Geldmehrung bei innovativen Finanzprodukten hat wie eine gigantische Pumpe gewirkt, die das Kapital von der Realwirtschaft in den Finanzsektor umgeschichtet hat.

Das hat die Konjunktur erdrosselt und die Kaufkraft derer, die ihr Geld – wenn sie es denn hätten – gern ausgeben würden, hinweg schmelzen lassen. Viele Immobilienkäufer konnten ihre Hypothekendarlehen und viele Unternehmen ihr Fremdkapital nicht mehr bedienen. Die Pumpe brauchte neues Futter: Die öffentlichen Haushalte von Gemeinden und Staaten, die ihre Verschuldung dann an die nachfolgenden Generationen weitergeben müssen.

Was 1918 mit Deutschland geschah, widerfährt jetzt der ganzen Welt

Das Leistungsprinzip in der Marktwirtschaft geht davon aus, dass Unternehmer das Risiko tragen. Das rechtfertigt Gewinne bei Erfolg und bedingt Verluste bei Misserfolg – bis hin zum Totalverlust des Kapitals, dem Konkurs. Vor der Finanzkrise hat der Finanzsektor exorbitante Gewinne realisiert und ausgeschüttet. Jetzt bewahrt ihn der Staat vor dem Konkurs.

Die Finanzkrise erhöht die Staatsschulden, die nur mit Hilfe der Banken über eine erhöhte Kreditaufnahme bzw. den Verkauf von Staatsanleihen möglich ist. Dadurch rettet der Staat die Einlagen der Anleger, welche diese nun zum Kauf „sicherer“ Staatspapiere verwenden können. Gleichzeitig werden aber – wie alle Schuldner – die Staaten abhängig von den Gläubigern, die ihnen die Kredite geben.

Wegen der extrem ungleichen Verteilung der Vermögen – und damit der Möglichkeit, dem Staat überhaupt Kredite zu gewähren – bewirkt die Krise eine noch schnellere Umverteilung von den unteren 90 Prozent zu den oberen 10 Prozent der Einkommens- und Vermögenspyramide. Jeder, dessen Arbeitseinkommen geringer ist als sein Zinseinkommen, gehört zu den Verlierern. Der öffentliche Schuldendienst ist eine gigantische Umverteilungsmaschine.

Die Verarmung der großen Mehrheit der Bevölkerung zugunsten einer kleinen Schicht von Superreichen, die die Staaten über Kredite finanzieren, bereitet ein revolutionäres Gebräu vor. Mehr Unternehmen der Realwirtschaft geraten in Schwierigkeiten und das erhöht die Arbeitslosigkeit. Welche gesellschaftlichen und innenpolitischen Verwerfungen daraus folgen ist nicht vorhersehbar.

Diese Krise offenbart, dass unsere gegenwärtige Geld- und Finanzordnung nicht den Menschen dient, sondern sie unterjocht und versklavt. Die Banken werden gerettet, um das System zu erhalten und wir alle zahlen den Preis. Die Unternehmen der Realwirtschaft können nicht gerettet werden – und wir auch nicht. Die Rettung des Systems ist ein Selbstzweck – selbst wenn ihr die Menschen geopfert werden.

Dabei wäre es einfach, die Menschen zu retten und das System zu opfern. Alle Expertise für diese Reform ist vorhanden. Eine solche evolutionäre Entwicklung wäre schmerzfrei – im Gegensatz zu den revolutionären Einschnitten, die unvermeidlich werden, wenn wir weiter eine Konjunkturkrise sehen und nicht erkennen, dass es eine Systemkrise ist.

* Wolfgang Berger, Prof. Dr.phil. Dr.rer.pol. M.A.(Econ), leitet ein Institut für Personal- und Unternehmensentwicklung, das Unternehmen hilft, mit einer einzigartigen Methode krisenfest zu werden: www.business-reframing.de.

berger_gr10_der_groesste_bankraub_aller_zeiten.pdf

„Keiner unserer politischen Parteien trauen die Menschen die Lösung der Probleme zu, die sie bedrücken…“

Eisiges Schweigen

Wir lassen uns vom Geld beherrschen,
weil wir seine Wirkungsweise nicht verstehen

VON WOLFGANG BERGER*

Prof. Wolfgang Berger ist promovierter Philosoph und Ökonom. Er leitet das Business Reframing® Institut, das die Genialität in Unternehmen provoziert
(www.business-reframing.de). Dieser Beitrag soll die Genialität in Europa und der Welt provozieren. © 2005 Business Reframing Institut GmbH Karlsruhe.

Dieser Text wurde von Walter.Wesinger@t-online.de formatiert und Illustriert.

© Business Reframing Institut GmbH
Literatur zum Global Reframing
http://www.business-reframing.de/www/cms/single_de_28

Kurzlink: http://tinyurl.com/eisigesschweigen

PDF: berger_gr04_eisiges_schweigen.PDF

Das Paradies auf Erden, das Goldene Zeitalter, ist auch aus wirtschaftlicher Sicht möglich, und die Lösung ist viel einfacher, als die Nationalökonomen es uns weismachen wollen. Prof. Wolfgang Berger erklärt hier, was wir ändern müssen, damit das Geld wieder fließt, die Arbeitslosigkeit verschwindet, die Preise sinken und wir nur noch 20 bis 30 Stunden pro Woche arbeiten müssen.

Geld muss fließen

Kleiner Trick mit großer Wirkung: das Ausgeben belohnen, nicht das Festhalten.

VON WOLFGANG BERGER*

Prof. Dr.phil. Dr.rer.pol. Wolfgang Berger
war Manager in der chemischen Industrie und
Professor für Betriebswirtschaftslehre. Er hat
das Business Reframing Institut in Karlsruhe
gegründet (www.business-reframing.de) und
arbeitet als Unternehmensberater. Seit Januar
2006 ist er 1. Vorsitzender der „Initiative für
Natürliche Wirtschaftsordnung“ (www.inwo.de).

© Business Reframing Institut GmbH

Literatur zum Global Reframing
http://www.business-reframing.de/www/cms/single_de_29

berger_gr03_geld_muss_fliessen.PDF

In unserem destruktiven Geldsystem:
Verantwortung für die Zukunft ist unrentabel

VON WOLFGANG BERGER*

Damit Geld seine wohltuenden Wirkungen in der Wirtschaft entfalten kann, muss es fließen wie Blut in unserem Körper oder wie Wasser in der Natur. Der kleine Trick mit großer Wirkung beim fließenden Geld ist, dass das Ausgeben belohnt wird, nicht das Festhalten. Die „Demurrage“ (Geldgebühr) entfällt für den, der Geld ausgibt, investiert, langfristig anlegt oder verschenkt.

Dadurch verstetigt sich der Geldumlauf. Die vielen segensreichen Wirkungen einer solchen Ordnung mit „fließendem Geld“ sind ausführlich beschrieben. Ein wichtiger Aspekt, der oft nicht gesehen und verstanden wird, ist der Einfluss der Geldordnung auf die Investitionsentscheidungen der Unternehmen. Diesen Zusammenhang möchte ich hier erläutern:

Investitionen sichern das Überleben

Die Wirtschaftspresse berichtet immer wieder von Unternehmen, die sich gut entwickeln, weil sie richtige Investitionsentscheidungen getroffen haben und von Unternehmen, die sich schlecht entwickeln oder in ihrer Existenz bedroht sind, weil sie falsche Investitionsentscheidungen getroffen haben. Wie fallen solchen Entscheidungen und warum sind sie richtig oder falsch?

Die Unternehmen vergleichen die zusätzlichen Ausgaben und die zusätzlichen Einnahmen, die als Folge einer Investition während der Nutzungsdauer der Investition zu erwarten sind. Bei einer Produktionsanlage sind zusätzliche Ausgaben die Anschaffung und Installation, die laufende Wartung und Instandhaltung, Gehälter mit Nebenkosten für Bedienungspersonal und der Energieverbrauch. Zusätzliche Einnahmen sind die Erlöse für die Produkte, die mit der Anlage hergestellt werden. Weil diese Zahlen nur Schätzungen sein können, gehen sie oft mit ihren wahrscheinlichen Werten (Erwartungswerten) in die Rechnung ein.

Nun sind solche Schätzungen zukünftiger Zahlungsströme wie Äpfel und Birnen, die wir nicht addieren dürfen. Was ist Ihnen lieber: eine Million Euro heute oder eine Million Euro in zehn Jahren? Natürlich ziehen Sie die Million heute vor, denn wenn Sie’s geschickt anfangen, können daraus in zehn Jahren schon zwei Millionen Euro werden. Und Unternehmern geht es nicht anders.

Sie können auch umgekehrt rechnen: Eine Million in zehn Jahren ist dann heute nur eine halbe Million wert ist. Eine sichere Million in zehn Jahren und eine halbe Million heute haben somit für Sie den gleichen Wert. Das ist deshalb so, weil Sie die Million in zehn Jahren auf den heutigen Wert heruntergerechnet haben – die Fachleute nennen diesen Rechenvorgang „Abzinsen“. Ich habe dabei für Sie hier gerade mit etwa sieben Prozent gerechnet.

Um zukünftige Ausgaben und Einnahmen, die durch eine Investition ausgelöst werden, miteinander vergleichen zu können, müssen wir sie also alle auf den heutigen Wert abzinsen. Das erst macht sie vergleichbar und erst danach können wir die Ausgaben von den Einnahmen abziehen und dadurch wissen, ob die Investition vorteilhaft ist oder nicht. Die Differenz zwischen den abgezinsten Einnahmen und den abgezinsten Ausgaben nennen die Fachleute „Kapitalwert“.

Ist der Kapitalwert einer Investition positiv, wird das Unternehmen wahrscheinlich durch die Investition um diesen Betrag reicher. Ist der Kapitalwert negativ, wird das Unternehmen wahrscheinlich durch die Investition um diesen Betrag ärmer. Wenn – wie das üblich ist – das Budget zur Finanzierung von Investitionen begrenzt ist, werden diejenigen Investitionen vorgezogen, die die höchsten Kapitalwerte haben.

Nach uns kann die Sintflut kommen

Wenn Unternehmen den Kapitalwert ihrer Investitionen errechnen, müssen sie mit einem Zinssatz rechnen, der über dem liegt, was für sie auf dem Kapitalmarkt erzielbar wäre. Würden sie das nicht tun, könnten sie die Tore schließen, auf ihr Geschäft verzichten und statt in Anlagen zu investieren das Geld auf dem Kapitalmarkt anlegen. Die unternehmerischen Mühen und die Risiken einer Investition müssen sich lohnen.

Mittelständische Unternehmen rechnen deshalb oft mit 12 Prozent. Bei einer Investition, die in zehn Jahren eine Million Euro bringt, wird die erwartete Einnahme mit 12 Prozent auf den Wert von heute abgezinst und das sind dann nur noch 321.973 €. Wenn wir so rechnen sind

1 Mio € in 10 Jahren heute 321.973 €,

1 Mio € in 25 Jahren heute 58.823 €,

1 Mio € in 50 Jahren heute 3.460 €,

1 Mio € in 75 Jahren heute 204 €,

1 Mio € in 100 Jahren heute 12 €.

Nun ist bekannt dass vielen global agierenden Unternehmen 12 Prozent nicht genügen und sie eine Eigenkapitalrendite von 25 Prozent verlangen – die Deutsche Bank hat im abgelaufenen Jahr sogar 35 Prozent erzielt. Wenn wir mit 25 Prozent rechnen, bekommen wir andere Zahlen. Bei so hohen Forderungen an die Kapitalverzinsung sind

1 Mio € in 10 Jahren heute 107.374 €,

1 Mio € in 25 Jahren heute 3.778 €,

1 Mio € in 50 Jahren heute 14 €,

1 Mio € in 75 Jahren heute 0,05 €,

1 Mio € in 100 Jahren heute 0,0002 €.

Das bedeutet: Wenn wir in hundert Jahren eine Million Euro ausgeben müssen oder einnehmen und sie mit 25 Prozent auf den Wert von heute abzinsen, erhalten wir 0,0002 Euro – den Hundertsten Teil eines Zwei-Cent-Stücks.

Schauen wir uns an einem konkreten Beispiel an, was das bedeutet: Viele wollen „billigen“ Atomstrom verbrauchen, aber niemand will den Abfall bei sich haben. Wir alle wissen um die Problematik der Endlagerung von Atommüll. Und wir wissen, dass diese Abfälle für ca. 100.000 Jahre sicher gelagert werden müssen, bevor sie einigermaßen unschädlich sind. Wenn wir heute solche Lager finden würden, müssten sie aus einer Epoche lange vor der Zeit der Neandertaler stammen. Wir haben keine Vorstellung davon, was diese Hinterlassenschaft bedeutet, welchen Veränderungen unser Planet in solchen Zeitaltern unterworfen ist und was wir unseren 4.000 nachkommenden Generationen damit antun.

Wenn nun einer unserer großen Energiekonzerne davon ausgeht, dass die Endlagerkosten in hundert Jahren eine Milliarde Euro sind, geht dieser Betrag abgezinst mit 0,0002 x 1000 Euro in die Rechnung ein – mit 20 Cent (1 Mio € in 100 Jahren sind heute 0,0002 € und eine Milliarde Euro = 1000 Millionen Euro). Mit 20 Cent rechnen wir kaum bei unseren persönlichen Ausgaben. Konzerne mit Milliardengewinnen tun das natürlich auch nicht. Die Nach-uns-die-Sintflut-Mentalität ist die Folge unseres auf Zins und Zinseszins gegründeten Geldsystems.

Langfristiges Denken wird bestraft

Centbeträge bei den Ausgaben einzusparen ist keinen Gedanken wert. Und für Einnahmen in Centhöhe lohnt es sich nicht, zu investieren. Der Schaden, den eine Investition in ferner Zukunft auslöst, ist heute sehr wenig wert und wird deshalb nicht berücksichtigt. Und die zukünftigen Einnahmen, die eine Investition bewirkt, sind heute auch wenig wert und brauchen nicht berücksichtigen werden. Es kommt allein darauf an, was in den nächsten zehn Jahren aus einer Investition wird. Danach kann dadurch die Welt untergehen – die Rentabilität beeinflusst das nicht.

In unserem heutigen destruktiven System können die Unternehmen deshalb nur die kurzfristigen Vorteile berücksichtigen. Sie holzen Bäume ab, die über Generationen gewachsen sind, zerstören Böden und Fischbestände für kurzfristigen Ertrag, ruinieren unser Klima und riskieren Endlagerkosten für atomare Abfälle für hunderttausend Jahre. Der Erhalt von Trinkwasserquellen, sauberer Luft, Artenvielfalt, tropischen Regenwäldern und dem klimatischen Gleichgewicht ist nicht rentabel.

Wenn ein Unternehmer nun aber seiner Verantwortung für die Zukunft der Menschheit gerecht werden will und nur solche Investitionen vornimmt, die die Natur erhalten und dem Leben dienen, hat das fatale Folgen für ihn: Seine in unserem Geldsystem unrentablen Investitionen senken den Wert des Unternehmens an der Börse – den „Shareholder Value“ – und es wird ein Kandidat für eine so genannte „feindliche Übernahme“. Ethisch verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln kann die Schäden, die unsere destruktive Geldordnung anrichtet, nicht aufwiegen.

Die letzten Jahre haben uns viele Beispielen geliefert, wo gut geführte Unternehmen mit einem niedrigeren „Shareholder Value“ von – teilweise viel kleineren – Konkurrenten übernommen werden konnten, weil deren kurzfristig ausgerichtete und deshalb rentable Investitionsprogramme eine Übernahme finanzierbar gemacht haben. Hunderttausende Arbeitsplätze sind daraufhin abgebaut worden.

Fließendes Geld erhält die Umwelt

Fließendes Geld ändert das: Weil es nicht verzinst wird, wird es auch nicht abgezinst. Eine Million heute und eine Million in zehn oder in hundert Jahren haben den gleichen Wert. Das hat schwerwiegende Folgen: Zum Beispiel müssen dann die Trilliardenkosten für die Endlagerung atomarer Abfälle in den heutigen Preis des Atomstroms hineingerechnet werden. Die Konsequenz ist, dass wir dann mit einer einzigen Kilowattstunde Atomstrom unser ganzes Lebenseinkommen verprassen.

Verstehen Sie jetzt, warum die „wissenschaftliche“ Ökonomie fließendes Geld totschweigt, warum die Politik wegschaut und die etablierte Presse die Augen davor verschließt? Der Wert von Unternehmen wird mit einem Zeithorizont von zehn Jahren berechnet, der „Kapitalwert der politischen Macht“ dagegen nur mit einem Zeithorizont von vier Jahren.

Bei fließendem Geld wird nicht nur der zukünftige Schaden nicht abgezinst und geht mit seiner vollen Höhe in die Rechnung ein, auch der zukünftige Nutzen von Investitionen wird nicht abgezinst, sondern wird in voller Höhe bei den heutigen Investitionsentscheidungen berücksichtigt.

Von allen politischen Parteien wird immer wieder das Wirtschaftswachstum beschworen, weil es angeblich zahlreiche Probleme löst und wir werden aufgefordert, ihm vieles zu opfern. Die Qualität von Politik wird gar an erzielten Wachstumsraten gemessen. In der ökologischen Szene gibt es eine verbreitete Skepsis gegenüber diesem Fetisch.

Unter den heutigen Systembedingungen ist diese Skepsis berechtigt: Wachstum zerstört die Lebensgrundlagen auf unserem Planeten und ist deshalb ein Selbstmordprogramm der Spezies Mensch. Der einzelne Selbstmordattentäter ist ein Terrorist. Unternehmen mit dem gleichen Programm agieren regelkonform und steigern ihren Wert: Unser destruktives Geldsystem zwingt sie dazu.

Bei fließendem Geld ändern sich diese Regeln: Investitionen werden – wie heute – auch dann nur durchgeführt, wenn sie sich lohnen. Alles, was die Umwelt zerstört und nicht dem Leben dient, ist aber plötzlich nicht mehr rentabel. Was übrig bleibt ist eine qualitative Entwicklung, die Nutzen stiftet, die Lebensbedingungen verbessert und die Ressourcen schont.

Fließendes Geld kann so den Menschen in der Dritten Welt ihre Würde wiedergeben und bei uns z. B. die Voraussetzungen für ein bedingungsloses Grundeinkommen schaffen. Das eröffnet neue Perspektiven für unsere persönliche Lebensgestaltung. Wie ein solcher neuer Spielraum ausgenutzt wird, ist Sache der politischen Willensbildung. Wir können uns darüber Gedanken machen, wenn es soweit ist.

Jetzt geht es darum, unsere Mitmenschen darüber aufzuklären, warum unser heutiges destruktives Geldsystem die Lebensgrundlagen auf diesem Planeten zerstört. Jetzt geht es darum der Welt zu erklären, warum fließendes Geld der Umwelt dient und damit uns allen und unseren Nachkommen über viele Generationen. Mit den obigen Zahlen können wir es vorrechnen. Zahlen sind unbestechlich, wir müssen nur richtig rechnen.

Mahatma Gandhi und Nelson Mandela haben allein mit den besseren Argumenten ihre Völker befreit. Ihre Anhänger waren zunächst eine Minderheit – ohne jede Macht. „Sobald die Minderheit aber ihr ganzes Gewicht einsetzt, wird sie unwiderstehlich“, hat Henry David Thoreau geschrieben. Bitte, helfen auch Sie mit, der Bewegung, die auch diese Zeitschrift stützt, ihr ganzes Gewicht zu geben und unwiderstehlich zu werden. Helfen auch Sie mit, unsere Unternehmen von gefräßigen Raupen in Schmetterlinge zu verwandeln, die uns bei ihrem Flug mitnehmen. Es ist auch Ihre Entscheidung. Sie können jetzt wählen – zwischen schweigender Mitschuld und beherztem Engagement.

* Prof. Dr. Dr. Wolfgang Berger leitet das Business Reframing Institut in Karlsruhe (www.business-reframing.de) und ist 1. Vorsitzender der Initiative für Natürliche Wirtschaftsordnung (www.inwo.de).

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Literatur zum Global Reframing
http://www.business-reframing.de/www/cms/single_de_35

berger_gr02_verantwortung_in_die_zukunft_ist_unrentabel.PDF

Die Posaunen von Jericho

Die Geldreformbewegung kann den Systemwechsel einleiten, wenn ihre Posaunen Resonanz erzeugen

VON WOLFGANG BERGER

Prof. Wolfgang Berger ist promovierter Philosoph und Ökonom. Er leitet das Business Reframing® Institut, das die Genialität in mittelständischen Unternehmen provoziert: www.business-reframing.de. Mit diesem Beitrag will er die Genialität der Geldreformbewegung provozieren. © 2005 Business Reframing Institut GmbH, Karlsruhe.

Alle Materie reagiert auf Schwingungen. Körper im gleichen Schwingungszustand sind – so heißt es – miteinander "in Resonanz". Das klassische Beispiel dafür ist die Stimmgabel. Ein alltägliches Beispiel ist ein lockeres Blech in einem alten Auto, das auf eine bestimmte Umdrehungszahl des Motors reagiert. Ein historisches Beispiel sind die Posaunen von Jericho – der Palmenstadt im Jordantal mit ihren herrlichen Prachtbauten zur Zeit Jesu. Die mit den Posaunen verbreiteten Schwingungen haben sich auf die Stadtmauern übertragen. Resonanz hat sie einstürzen lassen.

"Wer das Geheimnis des Tones kennt, kennt das Mysterium des Weltalls", berichtet der Sufi Hazrat Inayat Khan von der Offenbarung des Propheten Mohammed. Wenn eine Saite schwingt, geschieht etwas ganz und gar Wunderbares: Nicht nur die ganze Saite – also ihr Grundton – schwingt. Zwangsläufig schwingt auch die halbe Saite mit – also die nächst höhere Oktave. Und es schwingen 2/3 der Saite (die Quinte) und 3/4 (die Quarte) und 4/5 (die große Terz) und 5/6 (die kleine Terz) und so weiter. Die ganze Tonleiter erklingt, nur eben als Obertonreihe. Jeder Ton enthält alle Töne. Das griechische Wort "tónos" heißt nicht nur Ton, sondern auch Kraft.

Der Dritte Weltkrieg hat schon begonnen – und wir schauen zu

Die Grundschwingung, auf die alle anderen Schwingungen aufmoduliert sind, ist das Gesetz, nach dem die Welt sich bewegt. Wer sich auf sie einstimmt, ist in Resonanz mit dem "Fluss" – mit dem morphogenetischen Feld – der Welt. Mihaly Csikszentmihalyi – der als "Glückspsychologe" bezeichnete Amerikaner ungarischer Herkunft – hat hierfür den Begriff "Flow" geprägt. Wer in Resonanz mit dem Fluss der Welt ist, bewegt sich "in the flow" (im Fluss). Ihm geht alles leicht von der Hand, seine Vorhaben gelingen "von selbst" – aus seinem Selbst heraus.

Das gilt gegenwärtig für die "Heuschreckenschwärme": Verkehrs- und Versorgungssysteme, Wasserwerke, Abwassersysteme, kommunale Kommunikationssysteme, öffentliche Gebäude, Fernverkehrsstraßen, Rohstofflager, Zeitungsverlage, Fernsehanstalten – alles fällt ihnen zu. Sie prägen die öffentliche Meinung, machen sich die Politik untertan und wir schauen zu.

Die großen Veränderungen der Menschheitsgeschichte sind nie das Ergebnis kriegerischer Auseinandersetzungen gewesen. Kriege sind Symptome veränderter Schwingungsmuster. Sie bewegen die Welt genauso wenig, wie das Thermometer die Temperatur verändert. Auch der "Dritte Weltkrieg", den der Finanzsektor gerade gegen das Leben auf diesem Planeten führt, spiegelt nur die Schwingungsmuster von uns allen.

Keine Weltmacht, kein die Welt beherrschendes Gesellschafts- oder Wirtschaftssystem ist je militärisch besiegt worden, auch zuletzt der Kolonialismus und der Kommunismus nicht. Und trotzdem sind sie jedes Mal untergegangen, wenn die Grundschwingung sich geändert hat und die alten Führer mit den neuen Gegebenheiten nicht mehr in Resonanz gewesen sind. Die Geschichte ist nicht zu Ende – unserem heute die Welt beherrschenden System eines ungeregelten Kapitalismus wird es nicht anders ergehen: den Anfang von seinem Ende spüren wir jeden Tag.

Die Geldreformbewegung kämpft gegen den Fluss der Welt an und löst dadurch manchmal kleine Wirbel aus, bewirkt aber kaum etwas. Es müssten Wirbelstürme entfacht werden und das gelingt nicht. Solange das aber nicht gelingt, kann es nicht darum gehen, die Gesetze zu ändern. Wir müssen sie respektieren und nicht gegen, sondern durch sie arbeiten.

Die Geldreformbewegung produziert Schwingungssalat

Auch unsere Nerven und Zellen reagieren auf Schwingungen – sogar auf extrem feine und schwache, die vor kurzem noch gar nicht messbar waren: die Gehirnwellen. Die Neurologie ist gerade dabei, Dinge zu erklären, die uns noch vor wenigen Jahren als esoterischer Hokuspokus vorgekommen sind. Aber auch das hat die Sprache uns schon vorausgesagt: Das lateinische "cantare" wird im Allgemeinen mit "singen" übersetzt. Ursprünglich aber heißt es "zaubern".

Viele definieren sich durch das, was sie zu sein scheinen. Die Kultur der verschiedenen Äste der Geldreformbewegung spiegelt diesen Sachverhalt. Es geht nicht um das richtige Bewusstsein, sondern um die richtige Lösung. Die Tragik dabei ist: Eine richtige Lösung gibt es nicht. Eine Lösung wird richtig, wenn alle, auf die es ankommt, hinter ihr stehen. Solange aber jeder eine andere Lösung für richtig hält, bleibt jeder dieser Ansätze falsch. Schwingungssalat produziert Stress, aber keinen Ergebnisse.

Die härteste Realität in der Geldreformbewegung ist nicht das eisige Schweigen der Presse, der Wissenschaft, der Politik. Die härteste Realität sind nicht die Banken, die Parlamente, die Regierungen, nicht die "Heuschreckenschwärme" und vor allem nicht der Zins. Die härteste Realität der Geldreformbewegung ist ihr Bewusstsein – das, was ihre führenden Vertreter und Aktivisten übereinander denken.

Diese Gedanken produzieren Resonanz und übertragen sich auf die Welt; sie verbreiten Wellen, so wie jeder Stein, den wir in einen Bergsee werfen; sie stecken die Menschen an, die ihren "Empfang" auf diese Frequenz eingestellt haben und in Resonanz mit ihnen sind:

* Entweder die, die immer Teil eines Problems sind. Oder die, die immer Teil einer Lösung sind.
* Entweder die, die immer hoffen, aber wissen, dass es nicht klappt und resignieren. Oder die, die das tun, was zu tun ist und dabei ihre Lebensaufgabe erfüllen.
* Entweder die Knechte – die Opfer von dem, was geschieht. Oder die Meister – die Ursache für das, was geschieht.

Die Knechte unseres destruktiven Geldsystems hoffen auf Besserung, resignieren immer wieder und machen sich so zu einem Teil des Problems. Politik muss dieses Bewusstsein spiegeln. Täte sie es nicht, würden die Politiker von ihm hinweggefegt.

Es geht gar nicht darum, die richtige Lösung für alle Detailfragen parat zu haben, über Details der Geldmengensteuerung, Kontenformen, Demurrage-Sätze oder Modalitäten ihrer Abbuchung einig zu sein. So wie bei Koalitionsverhandlungen ist für die Details noch Zeit, nachdem die Entscheidung gefallen ist, fließendes Geld einzuführen. Schließlich müssen die Experten, die das Projekt dann praktisch und konkret vorbereiten, auch noch ihre Duftnoten einbringen, um sich damit identifizieren zu können.

Es geht jetzt einzig und allein darum, dass die Posaunen der verschiedenen Zweige der Geldreformbewegung kraftvoll den gleichen Ton anstimmen und dadurch die Mauern unseres destruktiven Geldsystems ebenso einstürzen lassen, wie damals die von Jericho.

Unsere Sprache ist weise – sie weist uns den Weg

Die Physik unterscheidet in der materiellen Welt zwischen Teilchen und Feldern. Teilchen sind zum Beispiel Elektronen oder Quarks. Zu einem bestimmten Zeitpunkt existieren sie immer nur an einem bestimmten Ort. Felder werden z. B. durch den Elektromagnetismus gebildet oder durch die Kernkräfte, die die Elektronen auf ihren Bahnen um den Atomkern halten. Felder existieren ohne räumliche oder zeitliche Begrenzungen.

Felder werden durch Kraftlinien dargestellt. Entlang dieser Linien wirken Kräfte, die wir nicht direkt beobachten können. Wir beobachten nur das Verhalten der Teilchen oder der Materie, die sich aus Teilchen zusammensetzt. Wir erkennen die Kraftlinien also indirekt – an ihren Wirkungen. Das klassische Physik-Experiment zum Magnetismus hat uns das vor Augen geführt: Eisenspäne machen die unsichtbaren magnetischen Kraftlinien sichtbar.

Überall im Kosmos wirken Teilchen bzw. Materie und Felder bzw. Schwingung symbiotisch zusammen. Unsere mechanistische Weltsicht hat uns dazu verleitet, die Materieteilchen sehr wichtig zu nehmen. Aber eigentlich können wir sie vernachlässigen. Wenn die Materie, aus denen unser Körper besteht, in sich zusammenfallen würde – ohne die große Leere zwischen den Elektronen und den Atomkernen – jeder von uns wäre kleiner als ein Staubkorn. Wir können die Materie wirklich vernachlässigen.

Der Mensch wird von Feldern gesteuert; er ist ein Resonanzkörper für Signale von außen, die er moduliert. Die Gleichartigkeit des Verhaltens wird bei Pflanzen chemisch gesteuert, bei höheren Tieren und Menschen dagegen neuronal – und das heißt chemisch und elektromagnetisch.

Alle reden von Information, von Qualifikation und von Kompetenz. Die lateinischen Wurzeln dieser Begriffe haben nicht die Bedeutung, die wir ihnen heute geben: Qualifikation kommt von "qualis facere" und heißt "wie erschaffen" (Wer sind wir?). Information kommt von "in formatica" und bedeutet "von innen geformt" (Wie entwickeln wir uns?) und Kompetenz kommt von "competere", "sich entsprechen" (Wem ist unsere "Wellenlänge" ähnlich?). Im Englischen wird die Qualität der Beziehung zwischen Menschen auch mit "chemistry" (Chemie) bezeichnet.


Am Laserstrahl erkennen wir, wie es geht

Wenn wir unser destruktives Geldsystem abschaffen und fließendes Geld einführen wollen, müssen wir für dieses Projekt gemeinsam Verantwortung übernehmen. Viele arrangieren sich hier mit inneren Widersprüchen und sehen sich als Opfer dunkler Mächte oder einer Instanz, die wir gern "Schicksal" nennen. "Was die Menschen gemeiniglich ihr Schicksal nennen", hat Arthur Schopenhauer dazu bemerkt, "sind meistens ihre eigenen dummen Streiche." Und es gibt ja nicht nur Einzelschicksale, sondern auch kollektive Schicksale.

Wir übernehmen keine Verantwortung, indem wir missionieren und versuchen eine Mehrheit von unseren Ideen zu überzeugen. "Überzeugung" zeugt nicht; sie ist wie Überlastung, die die Last nicht trägt. Wir brauchen keine Mehrheit. Beim Laserstrahl sind sieben Prozent der Photonen auf einen Punkt ausgerichtet. Die übrigen dreiundneunzig Prozent werden magnetisch angezogen von dem Feld, das die wenigen bilden, die fokussiert vorgehen. Mitläufer werden schließlich auch gebraucht.

Dieses Muster ist auf soziale Prozesse übertragbar: Sieben Prozent der Franzosen wollten die Monarchie stürzen und haben eine Revolution angezettelt. Sieben Prozent der Nordstaatler in den Verreinigten Staaten waren gegen die Sklaverei und haben sie abgeschafft. Sieben Prozent der Deutschen waren überzeugte Nazis und haben die anderen hineingezogen. Sieben Prozent der DDR-Bürger sind mutig auf die Straße gegangen und haben die Mauer eingerissen. Sieben Prozent verändern die Welt, wenn und sobald sie Verantwortung übernehmen.

Das Wort Ver-antwort-ung zeigt an, dass eine Antwort erwartet wird. Eine Antwort worauf? Nun, die Fragen nach dem "Wie?" und "Wann?", dem "Woher?" und "Wohin?", dem "Womit?" und "Wo ohne?", dem "Wie viel?" und "Wie wenig?" werden besser erst dann beantwortet, wenn eine Systementscheidung gefallen ist. Verantwortung für unser gemeinsames Projekt übernehmen wir, indem wir die Frage nach dem "Warum?" beantworten.

Sobald diese Frage gestellt und überzeugend beantwortet ist, entsteht eine Kraft, die Wunder wirkt. Diese Frage und die Antwort darauf erzeugen Sog – Sog für Entwicklung, für Erfolg, für einen Durchbruch zu einem System mit fließendem Geld.

Das Erstaunliche dabei ist aber nun: diese Zukunft ist der Anfang des Prozesses; sie entsteht zuerst – in der fokussierten und einheitlichen Vision aller Geldreformbewegungen. Und am meisten überrascht bei diesem "Aufrollen von hinten" ein Mechanismus, der aller herkömmlichen Logik widerspricht: Die Wirkungsrichtung ist umgekehrt -nicht Ursachen produzieren Wirkungen, sondern Wirkungen ziehen die Ursachen an, die sie zu ihrer Verwirklichung brauchen.


Wunder dauern manchmal etwas länger

Schauen wir uns zwei praktische Beispiele solcher "Resonanzwunder" in mittelständischen Unternehmen an:

Die Konstruktionszeichnungen haben sie geliefert, Toleranzen und Spezifikationen haben sie vorgegeben, Liefermengen und -daten wollen sie mitteilen, wie es ihnen passt. Lieferkonditionen und Preise haben sie diktiert – und zwei Möglichkeiten offen gelassen: "Entweder Sie unterschreiben diesen Vertrag, oder Sie unterschreiben keinen Vertrag."

Der Rahmenvertrag sichert dem Unternehmen trotz harter Rationalisierungsmaßnahmen einen ordentlichen Verlust. Wolf Veyhl- ein Zulieferer für die Büromöbelindustrie – ist im Würgegriff seiner großen Kunden, den bekannten Herstellern angesehener Marken. Er führt sein Unternehmen weiter, um die Arbeitsplätze seiner Mitarbeiter zu erhalten. Aber es ist absehbar, wann er verkaufen muss -an einen dieser mächtigen, großen Kunden, der das Know-how einiger seiner Mitarbeiter gern im eigenen Unternehmen hätte und die anderen entlassen würde.

Wolf Veyhl, der Inhaber, hat die Vision, die Abhängigkeit von seinen großen Kunden umzukehren – eine Vision, die eigentlich jedem Kenner der Verhältnisse wirklichkeitsfremd erscheinen muss. Zulieferer sind immer Knechte; sie haben keine Macht. Wenige Jahre später aber ist die Vision Realität geworden. Die Firma ist weit und breit der einzige Zulieferer für bestimme Komponenten von Büromöbeln, hat seine Belegschaft deutlich erhöht und neue Betriebe im europäischen Ausland errichtet und hinzugekauft.

Ein anderes Beispiel: Die Firma PACK 2000 entwickelt, verkauft und produziert integrierte Verpackungslösungen für die Industrie. Seit ihrer Resonanzarbeit mit Business Reframing® Anfang 2004 hat sich der Umsatz verdoppelt und die Belegschaft verdoppelt. Jeder, der das neue Werk der Europazentrale in Landshut besucht, staunt: Die konzentrierte Freude, mit der alle Mitarbeiter bei der Sache sind, wirkt ansteckend. Kein Interessent verlässt das Werk, ohne mit einem Auftrag sein Vertrauen in diese Art von Unternehmenskultur zu beweisen – und in das, was sich daraus ergibt: innovative, perfekte Produkte zu vernünftigen Preisen.


Im März 2006 stimmen wir unsere Posaunen …

Die Genialität nicht in einem Unternehmen zu provozieren (darin haben wir Erfahrung) sondern in der Geldreformbewegung und hier ein Resonanzwunder auszulösen, ist eine große Herausforderung. Wir vom Business Reframing® Institut können ein Ergebnis nicht garantieren; wir sind nur Katalysatoren. Es hängt davon ab, ob die maßgeblichen Aktivisten und Repräsentanten mitspielen, ihre Egos zu Hause lassen und sich auf ein spannendes Abenteuer einlassen.

"Wenn wir die wirklich großen Schätze vor uns haben, erkennen wir es nie", sagt Paulo Coelho, "weil die Menschen nicht an Schätze glauben." Wir meinen, das betrifft uns nicht, weil wir unseren großen Schatz kennen: das Erbe unseres Meisters Silvio Gesell. Und wir sehen nicht, dass es darum heute gar nicht mehr geht: Fließendes Geld ist ein notwendiger Teil einer intakten menschlichen Gemeinschaft, so wie fließendes Wasser ein notwendiger Teil einer intakten Natur ist – und fließendes Blut der eines gesunden Körpers.

Die großen, unerkannten Schätze, die wir vor uns haben, sind die Gesinnungsgenossen, die um unsere Wahrheit schon wissen – wir werden die kritische Masse von sieben Prozent erreichen. Der große, unerkannte Schatz, den wir vor uns haben, ist das selbstlose Engagement von vielen – Engeln in Menschengestalt, die wir als Heilige erkennen, behandeln und gemeinsam mit ihnen nur noch den Ton spielen sollten, der die Mauern des Systems einstürzen lässt, so wie damals in Jericho.


… und spielen nur noch einen Ton

Der Jazz-Professor Joachim-Ernst Berendt beschreibt, wie er diesen Ton erlebt hat – während der Meisterkurse des großen Pablo Casals. Bitte – während wir dieses Schlusszitat lesen – spannen wir mit unseren Gedanken und Gefühlen einen "Bogen" über unser gemeinsames Projekt und seine vielen verschiedenen Äste. Bitte – während wir dieses Schlusszitat lesen – nehmen wir diesen Ton der Töne mit und bringen ihn zu dem Posaunenworkshop im März – einer kraftvollen Klausur, die "in the flow" dazu beitragen wird, den Fluss der Welt umzuleiten.

"Es ist, als ob dieser Ton ein Ohr in mir erreicht, das es bisher noch gar nicht gibt. Es ist, als ob dieser Ton alle Höhen durchdringt und mich im Innersten trifft. In einem Innersten, das ich bis dahin nicht wahrgenommen habe. Und doch ist mir dieses Innerste mit einem Male mehr vertraut als alles, was ich an mir kenne.

Als dieser eine Ton verklungen ist, bin ich mir für einen Augenblick unsicher, ob Casals ihn überhaupt gespielt hat oder ob es nur gerade ganz still im Raum gewesen ist. Es ist ein Ton, in dem alle Töne klingen und in dem alle Stille ist.

Nicht nur kann ich diesen Ton nicht vergessen. Seit jenem Erlebnis suche ich danach, selbst so zu werden, dass mein Hören, mein Tun, mein Leben sich für diesen "Ton" öffnet. Damals ist mir etwas begegnet, das den Horizont unseres Begreifens überschreitet: Etwas Absolutes, Unbedingtes, Ewiges – der Ton, in dem alle Töne klingen, der Ton in dem alle Stille ist."

© 2005 Business Reframing Institut GmbH
Literatur zum Global Reframing
http://www.business-reframing.de/www/cms/single_de_55

berger_gr01_die_posaunen_von_jericho.PDF

Verfasst von: wb | 2. August 2009

Grundeinkommen: 500 gekrönte Häupter in Lörrach


Ein Film über die Krönungs Aktion am 1. Mai 2009 auf dem Marktplatz in Lörrach zum Thema Grundeinkommen.

„Wenn jeder sein eigener König ist, muss keiner der König des anderen sein.

(Michael Sennhauser, Schweizer Radio DRS, in der Rezension des Films „Grundeinkommen ein Kulturimpuls von Daniel Häni und Enno Schmidt)

Verfasst von: wb | 1. August 2009

Prof. Götz w. Werner: Grundeinkommen ist machbar

Grundeinkommen ist machbar (Teil 1/3)

Prof. Götz w. Werner, 29.01.2009 Hannover


Grundeinkommen ist machbar (Teil 2/3)

Prof. Götz w. Werner, 29.01.2009 Hannover


Grundeinkommen ist machbar (Teil 3/3)

Prof. Götz w. Werner, 29.01.2009 Hannover


Link zur Playlist

Verfasst von: wb | 1. August 2009

Deutschland sucht den bGE-Kandidaten auf Facebook

Facebook-Spiel zum Mitmachen – Bundestagswahl 2009



Werde Fan auf FacebooK:
http://www.facebook.com/apps/application.php?id=124236182237

Hole dir den Code-Schnipsel für die Facebook-Box für dein Blog oder deine Seite:
http://bgenymous.cwsurf.de/1/Facebook-Box-gross.zip

Oder gleich downloaden:
http://bgenymous.cwsurf.de/1/Facebook…

Beispieleinbindung:
http://codeschnipselbge.blogspot.com/

Willst du weitere bGE-Kandidaten in die G-Map-Karte eintragen?
Melde dich bei: bgenymous[at]googlemail.com

Alle Kandidaten, die sich für das bedingungslose Grundeinkommen einsetzten:
http://www.archiv-grundeinkommen.de/wahlen/butawa09.html

Verfasst von: wb | 1. August 2009

Monetative Teil 5/5 – Geldschöpfung in öffentliche Hand! Prof. Dr. Joseph Huber

Verfasst von: wb | 1. August 2009

Monetative Teil 4/5 – Geldschöpfung in öffentliche Hand! Prof. Dr. Joseph Huber

Verfasst von: wb | 1. August 2009

Monetative Teil 3/5 – Geldschöpfung in öffentliche Hand! Prof. Dr. Joseph Huber

Verfasst von: wb | 1. August 2009

Monetative Teil 2/5 – Geldschöpfung in öffentliche Hand! Prof. Dr. Joseph Huber

Verfasst von: wb | 1. August 2009

Monetative Teil 1/5 – Geldschöpfung in öffentliche Hand! Prof. Dr. Joseph Huber


Warum überall Geld fehlt „Gib mir die Welt plus 5 Prozent“. Die Geschichte vom Goldschmied Fabian 50 aufschlussreiche Minuten über den grundlegenden Fehler in unserem Geldsystem und das grundlegende Geheimnis des Banken- und Geldwesens«

Der Vordenker der Französischen Revolution, Jean Jacques Rousseau, hatte erklärt, warum sowohl Bettler als auch übermäßig Reiche die Freiheit zerstören und Staat und Gesellschaft in die Anarchie stürzen. Unser heutiger Finanzsektor zerstört die Marktwirtschaft und vernichtet den Mittelstand. Die Maßnahmen der Politik verlängern das Siechtum des Systems. Ein gesunder Mensch braucht keine Diät und eine nachhaltige Finanzordnung braucht keine staatlichen Eingriffe. Ökonomen und Politiker verschließen die Augen vor den wirklichen Ursachen der Krise.

Dieser Vortrag öffnet sie Ihnen.

Verfasst von: wb | 12. Juli 2009

Hallo Südpfalz

Hier entsteht die Internetseite von Prof. Dr. Dr. Wolfgang Berger,

Er kandidiert am 27. September 2009 als Direktkandidat für den Deutschen Bundestag.

Seine Heimat ist der Wahlkreis 212 Südpfalz (Stadt Landau, Kreis Germersheim und Kreis Südliche Weinstraße).

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